Wie groß ist ein µ und was bedeutet es in der Zahntechnik?

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Wie groß ist eigentlich ein µ oder Mü oder My?

„Noch ein My nach links...", „ein My mehr Salz...", „das war nur ein My daneben..." – Der Ausdruck ist fest in unseren Wortschatz integriert, aber was genau dahintersteckt wissen wohl die wenigsten.

Umgangssprachlich wird der Ausdruck „ein My“ als Synonym für „ein wenig/ein bisschen/etwas" verwendet, aber genau genommen ist das µ in erster Linie der zwölfte Buchstabe im griechischen Alphabet. Früher stand das µ außerdem für ein Mikron, was einem millionstel Meter entspricht. Heute ist dafür die Bezeichnung Mikrometer und die Schreibweise 1 µm üblich. Daher kommt es, dass das µ auch als Vorzeichen vor anderen Maßeinheiten in der Bedeutung „ein Millionstel“ eingesetzt wird: 1 µg sind beispielsweise 1 Mikrogramm oder 0,001 Milligramm oder 0,000001 Gramm.

So weit, so gut, aber wie groß ist denn nun ein My? So richtig vorstellen kann man sich das anhand der Definition trotzdem nicht. Versuchen wir es anhand von einem Schaubild:

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Quelle: Haas Schleifmaschinen GmbH

Das Schaubild zeigt eine Schweinsborste, eine Büroklammer, eine Stecknadel, Zeitungspapier, ein Menschenhaar, Zigarettenpapier und eine Spinnfaser im Vergleich. Alles sehr kleine/dünne Dinge und trotzdem sind alle um ein Vielfaches größer/dicker als ein My.

Stellen Sie sich vor, wie es sich anfühlt, wenn Sie ein Haar im Mund oder eine Wimper im Auge haben. Wahrscheinlich wird jeder bestätigen, dass dies ein extrem unangenehmes Gefühl ist. Auch der Stich mit einer Stecknadel tut zumindest im ersten Moment extrem weh, vor allem dafür, dass die Nadelstärke so gering ist. Stellen Sie sich jetzt vor, Sie laufen durch Spinnweben. Auch dieses Gefühl ist extrem lästig. Jetzt sind wir schon ziemlich nah an einem My dran: Eine Spinnfaser ist aber immer noch sechsmal so dick wie ein My.

Das My dargestellt anhand von Kleinstlebewesen:

  • Die kleinste Form der Plasmodien (Parasitäre Einzeller) hat eine Größe von etwa 3 µm
  • Das kleinste Bakterium hat eine Größe von etwa 0,3 µm

Quelle: Wikipedia

Vielleicht können Sie sich nun annähernd vorstellen, wie groß bzw. klein ein My ist.

 

Das µ in der Zahntechnik 

 
Die für uns bekannteste Einheit für Passung und Genauigkeit ist das µ bzw. µm. Bis vor etwa zehn Jahren hat man in der Zahntechnik noch mit 1/10tel oder 1/100stel hantiert. Dies war und ist schon schwierig genug, denn die Messungen müssen sehr sorgfältig durchgeführt werden. Rasch hatte man sich vermessen und falsche Zahlen dargestellt. Heute hingegen sprechen wir sogar über Anforderungen von bspw. 5 µm, also über 5/1000stel.

Das µ in der Herstellung von Kronen und Brücken

Um den Kronen und Brücken einen Spalt zu geben, in dem der Zahnzement haften kann, tragen wir heute bei der Modellation mit der Tizian Creativ RT Modellationssoftware 60 µm Zementspalt auf. Der Kronenrand ist ein dichter Rand, der ohne Zementspalt modelliert wird. Dies minimiert das Ausspülen von Zement.
Die Passungen von Kronen und Brücken hängen außerdem von der „Wiederholungs-Genauigkeit“ der Fräsmaschine ab, diese wird in µ fixiert. Die Wiederholungsgenauigkeit ist leicht zu ermitteln: Man fräst dasselbe Objekt zweimal und vermisst die Ergebnisse anschließend. Die Abweichung der Objekte zeigt die Wiederholungs-Genauigkeit. Die Tizian Cut 5.2 bzw. Tizian Cut 5.2 Plus ist derzeit die Fräsmaschine mit der besten Wiederholgenauigkeit im besten Preis-Leistungs-Verhältnis in unserem Sortiment. Dank der starken Servomotorantriebe in allen Achsen sowie der kontinuierlichen Temperaturüberwachung und Justierung können Sie hochpräzise Ergebnisse erzielen. 

Um Sekundärkronen wirklich passgenau zu fräsen, gibt es zudem die Möglichkeit der Nachfräsung. Hierbei verbleiben die Kronen im Blank in der Fräsmaschine und der Zahntechniker überprüft die Passung der Primärteile in den frisch gefrästen Sekundärteilen. Ist die Passung zu eng, so kann der Zahntechniker die einzelnen Sekundärteleskope nachfräsen. Wir haben hierfür in der CAM SW V5 smart mehrere Parameter bereitgestellt: Nachfräsen ohne Aufmaßveränderung und mit 5 µm, 10 µm, 15 µm Änderung. So kann man sich bei schwierigen Fällen langsam an die gewünschte Passung heranarbeiten. Um die Passung so perfekt wie möglich zu erreichen, bedarf es stets scharfer und neuer Fräser.

 

Wenn wir von MANI SCHÜTZ von Präzision sprechen, bewegen wir uns überwiegend im My-Bereich. Nur durch unsere ausgesprochene Präzision gelingt es unseren Kunden bspw. passgenaue Doppelkronen u. v. m. herzustellen.

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